Jintana Huber - Vereidigte Dolmetscherin

www.thai-dolmetscherin.de

Thailand

Textfeld: MAI PEN RAI!
Wie auch hier in Deutschland, trifft man in jedem anderen Kulturkreis der Erde auf unterschiedliche Formeln für den Umgang mit anderen Menschen. Ethnotrade bringt regelmäßig Tipps zum Sammeln.
Dies gilt vor allem für Reisen in ein Land wie Thailand. Dort legen die Menschen extrem viel Wert auf korrektes und gepflegtes Auftreten. Aber die Thais sind auch berühmt für ihre Toleranz gegenüber Ausländern und gehen großzügig mit deren gelegentlichen Ausrutschern um. »MAI PEN RAI! - Das macht nichts!" hört man in solchen Fallen regelmäßig. Nicht selten werden die durchaus vorhandenen Grenzen mit mangelndem Taktgefühl von manchem Reisenden überschritten. Gerade auch im geschäftlichen
Umgang sollte man einige Regeln kennen, um die sorgsam aufgebauten Kontakte nicht zu belasten:
Zeigen Sie ein Lächeln und treten Sie Ihren Gesprächspartnern zurückhaltend und mit stets gepflegtem Äußeren entgegen. Denn auffälliges oder lautes Verhalten (etwa in Verhandlungen oder Konflikten) gilt als unhöflich und wird als aggressiv empfunden. Die Folge ist, dass man belächelt wird und seine Ziele keinesfalls erreicht.
Statt sich wie hier üblich die Hände zu geben, begrüßt man sich mit dem anmutigen ,,Wai". Dazu legt man die Handflächen etwa auf Brusthöhe wie zum Gebet aneinander und senkt leicht den Kopf. Je angesehener die Person, desto tiefer
wird der Kopf gesenkt.
Die Thailänder betrachten den Kopf des Menschen als den Sitz seiner Seele. In Europa glaubt man die Seele des Menschen in seiner Brust. Auch hier wäre es unüblich, den Kopf seines Gesprächspartners zu berühren, das würde aber allenfalls zu einer Irritation führen. Tun Sie das aber nie bei einem Thai.
Für einen Europäer ungewöhnlich ist auch die Bedeutung der Fußsohlen. Während ihnen hier keine weitere Beachtung geschenkt wird, gelten sie in Thailand als unrein. Es ist unhöflich, seinem Gegenüber die Fußsohlen entgegenzustrecken. Achten Sie also beim Sitzen auf die Stellung Ihrer Füße! Insbesondere, wenn Sie eine
Buddha-Figur sehen!
Mönche sind, anders als hier, in der Öffentlichkeit präsent und genießen großes Ansehen. Sie dürfen von Frauen nicht berührt werden! In öffentlichen Bussen sitzen sie meist in der letzten Reihe, und man muss von dort aufstehen, wenn Mönche einsteigen.
Auf keinerlei Toleranz kann ein Ausländer rechnen, wenn er sich abfällig über die von den Thais verehrte königliche Familie äußert. Majestätsbeleidigung ist ein schweres Verbrechen, das mit Gefängnisstrafen geahndet wird.
Was von den meisten Religionen der Welt gewünscht wird, ist in Thailand selbstverständlich: Niemand darf einen Tempel oder Palast mit Shorts, Minirock oder schulterfrei besuchen. Wichtig ist hier
auch, dass vor Betreten eines Gotteshauses die Schuhe abgelegt werden.
Strenger als in den meisten Ländern der Erde wird in Bangkok das Wegwerfen jeder Art von Gegenständen (auch Zigarettenkippen) auf öffentlichen Straßen und Platzen kontrolliert und mit Geldstrafen bis zu 2000 Baht geahndet. [sz]

Textfeld: Politische Beziehungen
Textfeld: Deutschland und Thailand sind seit der Aufnahme diplomatischer und wirtschaftlicher Beziehungen im Jahr 1862 traditionell freundschaftlich verbunden.
Die thailändische Außenpolitik ist auf Dialog, Ausgleich und Stabilitat gerichtet und verfolgt regional-kooperative Ansätze. Auch wegen seiner westlich-aufgeschlossenen Außenpolitik (Dialog mit Burma auch über MR-Lage, Infragestellung des Postulats der Nichteinmischung bei MR-Verletzungen, Haltung zur nuklearen Aufrüstung und Nichtverbreitung) ist Thailand einer der wichtigsten außenpolitischen Partner Deutschlands in der Region.

 

Textfeld: Wirtschaftsbeziehungen

Textfeld: Das Gesamtvolumen des deutsch-thailändischen Handels beläuft sich auf etwa 3,5 Milliarden Euro. Der deutsche Export nach Thailand nahm 1999 gegenüber dem Vorjahr um 7,2 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro ab, die deutschen Importe aus Thailand stiegen um 3,6 Prozent auf 2,0 Milliarden Euro.
Deutsche Direktinvestitionen haben sich in Thailand in den letzten drei Jahren erheblich gesteigert. Betrugen sie prozentual in der Vergangenheit ca. ein bis zwei Prozent der gesamten ausländischen Direktinvestitionen, so stiegen sie 1999 merklich auf vier Prozent. Trotzdem belegte Deutschland für den Zeitraum der letzten zwei Jahre nur den neunten Platz in der Tabelle der ausländischen Direktinvestitionen.

Textfeld: Soziokulturelle Lage

Textfeld: Insbesondere Familien aus ärmeren Schichten leiden unter den Folgen der wirtschaftlichen Krise. Allgemeine soziale Sicherungssysteme bestehen erst in Anfängen, der Familie kommt eine wichtige Rolle zu. Schätzungen gehen von bis zu 30 Millionen Bauern aus, die Schulden haben, von denen etwa die Hälfte diese nicht zurückzahlen können. Folge dieser Zustände ist für Kinder neben mangelhafter Ernährung, dass sie nicht (mehr) zur Schule gehen können.
Die Gleichstellung von Mann und Frau ist in Thailand in Recht und Gesellschaft weit fortgeschritten. Dies gilt insbesondere für die wirtschaftlich unabhängigen Frauen der Oberschicht und der breiter werdenden urbanen Mittelschicht. Nach dem von UNDP erstellten

Ein Gesetz zur Bekämpfung der illegalen Prostitution, Kinder- und Zwangsprostitution wurde im April 1996 verabschiedet. Es sieht vor, Menschenhandel, Zuhälterei und sexuellen Missbrauch von Kindern schärfer als bisher zu bestrafen, Prostitution aber im übrigen weitestgehend zu entkriminalisieren. Private Frauenorganisationen widmen sich zunehmend der Bekämpfung der Prostitution, des „ Sextourismus" und des Frauenhandels sowie der Förderung von politischer Partizipation thailändischer Frauen. [sz]

Offizieller Name

Muang Thai, or Prathet Thai (Kingdom of Thailand)

Fläche

513.115 km² (davon 26% Wald, 38% Ackerland)

Landesgrenzen

4 863 km (Myanmar 1 800 km, Kambodscha 803 km, Laos 1 754 km, Malaysia 506 km)

Küste

3 219 km

Bevölkerung

61,466 Mio (davon ca. 10 bis 15% chinesisch-stammig)

Bevölkerungswachstum

2% pro Jahr

Landessprache

Thai (85%)

Religionen

Buddhismus (90%), Islam (4%), Christentum,Hinduismus (je unter 1%)

Regierungsform

Konstitutionelle Monarchie

Staatsoberhaupt

König Bhumibol Adulyadej, seit 1946, gekrönt 1950, "König Rama IX"

Regierungschef

Premierminister Dr.Thaksin Shinawatra (seit 09.02.2001)

Außenminister

Dr.Surakiart Sathirathai

Politisches System

Abgeordnetenhaus mit 500 und Senat mit 200 gewählten Mitgliedern